Ein neuer Verband, ein weiterer Titel
Viel Zeit zum Durchatmen blieb mir nach dem Weltcup in China nicht. Nachdem ich am Samstag aus China zurückgekehrt war, ging es am Sonntagmorgen direkt weiter nach Baumholder zur Deutschen MeisterÂschaft des BDMP (Bund der Militär- und Polizeischützen e.V.). Viel Schlaf und eine lange Regeneration waren also nicht drin – dafür stand direkt der nächste Wettkampf auf dem Programm.

Ich ging in drei Disziplinen an den Start: Skeet, Doubles und Trap. In allen drei Disziplinen gilt dabei, wie auch beim olympischen Skeet, dass pro Scheibe nur ein Schuss abgegeben werden darf. Jeder Fehler zählt also sofort.
Das BDMP-Skeet unterscheidet sich allerÂdings deutÂlich vom olympischen Skeet. Auf den Ständen 1, 2, 6 und 7 werden jeweils eine ankommende, eine abgehende Scheibe sowie eine Doublette beschossen. Auf den Ständen 3, 4 und 5 folgen jeweils eine Hochhaus- und eine Niederhausscheibe. Den Abschluss bilden zwei Scheiben auf Stand 8.
Eine Besonderheit ist die sogenannte „Option“. Beim ersten Fehler wird genau diese Scheibe noch einmal wiederholt. Der vorherige Fehler bleibt dabei bestehen – die wiederholte Scheibe bietet also keine Wiedergutmachung, sondern ist ein zuÂsätzÂlicher gewerteter Schuss. Wird im gesamten Durchgang kein Fehler gemacht, gibt es stattdessen eine zusätzliche Scheibe auf Stand 8.
So konnte ich hier auch meine erste volle 25er-Runde im BDMP schießen. Nach 15 Jahren Schießsport hat mich das damit bereits meine zweite Mütze gekostet. Dieses Ritual scheint also tatsächlich verbandsübergreifend zu funktionieren.


Gerade unter den Umständen bin ich mit diesem Ergebnis besonders zufrieden. Ein Tag nach der Rückkehr aus China direkt drei Disziplinen und 300 Scheiben zu schießen, war definitiv eine Ausdauerprüfung. Umso schöner, dass ich am Ende nicht nur mit drei Medaillen nach Hause fahren konnte, sondern auch meinen ersten Deutschen Meistertitel im BDMP gewinnen konnte.
Für mich war es der erste Start bei einer Deutschen Meisterschaft dieses Verbandes – und damit gleichzeitig eine neue sportliche Herausforderung.
Neue Disziplinen, neue Leute und eine andere WettÂkampfÂatmosphäre, aber am Ende wieder ein Titel.
Ein neuer Verband, ein weiterer Titel – und ich bin noch nicht fertig!
