headerbild mit Logo und Text zum ISSF World Cup Shotgun in Hangzhou/China

ISSF Weltcup in Hangzhou

Hitze, Erfahrungen und wichtiges Wettkampf-Learning

Meine erste Reise nach China war für mich eine neue Erfahrung. Vor Ort war alles sehr gut organisiert, sodass wir uns schnell auf den Wettkampf konzentrieren konnten.

Das größte Thema waren allerdings die Wetter-Bedingungen. Mit bis zu 39 Grad echten Temperaturen, gefühlt teilweise 45 Grad, und einer extrem hohen Luft­feuchtig­keit war es auf dem Schießstand regelrecht tropisch. Schwitzen gehörte von der ersten bis zur letzten Minute dazu. Zum Glück waren alle Innenräume klimatisiert, sodass man zumindest zwischen den Runden etwas durchatmen konnte.

Skeetschütze Felix Haase auf Stand 1 beim WC in China 2026
Skeetschütze Felix Haase im Anschlag auf Stand 7 beim WC in China 2026

Nach den guten Erfahrungen aus Italien waren meine Erwartungen entsprechend positiv. Auch das Training lief überwiegend gut und gab mir das Gefühl, dass in Hangzhou ein gutes Ergebnis möglich sein würde.

Der erste Wettkampftag bestätigte diesen Eindruck. Mit 25, 24 und 24 Treffern kam ich auf starke 73 Treffer nach drei Runden. Die letzte Runde wurde dabei durch mehrere technische Defekte immer weiter nach hinten verschoben und musste schließlich bereits in der Dämmerung geschossen werden. Unter diesen Bedingungen war ich mit dem ersten Tag sehr zufrieden. Am zweiten Tag folgten zwei weitere 23er-Runden.

Wichtiges Wettkampf-Learning

Trotz des guten Ergebnisses nehme ich aus dem Wettkampf auch ein wichtiges Learning mit. In der ersten Runde des zweiten Tages war ich bei einer Scheibe etwas zu selbst­sicher. Vielleicht hätte ich sie auch bei einer anderen Einstellung nicht getroffen – darum geht es mir aber gar nicht.

Entscheidend ist für mich das Gefühl, das ich während des Schießens habe.
Und genau dieses Gefühl möchte ich bewahren und weiter verbessern. Es erinnert mich daran, dass gerade auf internationalem Niveau jede Scheibe die volle Aufmerksamkeit verdient.

Insgesamt war der Weltcup für mich deshalb ein sehr erfolgreicher Wettkampf. 119 Treffer, Platz 24 und bester Deutscher sind ein Ergebnis, mit dem ich zufrieden sein kann. Noch wichtiger sind für mich aber die Erfahrungen und Erkenntnisse, die ich aus Hangzhou mitnehme.

Eine weitere Reise, ein weiteres Land auf meiner persönlichen Landkarte und viele neue Eindrücke, die meinen Erfahrungs­schatz erweitern. Genau dafür sind solche internationalen Wettkämpfe unglaublich wertvoll.

Jetzt geht der Blick nach vorne: Mit den Erfahrungen aus China geht es in die nächsten wichtigen Wettkämpfe und damit direkt in Richtung EM-/WM-Qualifikation.